Frühlingseinkauf

Frühlingseinkauf
 
Am Samstag war ich im Gartencenter. Eigentlich wollte ich nur zwei oder drei kleinere Dinge für ein Geburtstagsgeschenk suchen, aber das Center hat mich hinterrücks überrumpelt. Hinein ging ich nur mit meiner Geldbörse und guter Dinge, heraus kam ich mit einem Einkaufswagen, in dem sich:
 
a)     ein großer Metallkasten
b)     4 kleine Tontöpfe
c)     ein großer Topf Lavendel
d)     zwei Säcke Blumenerde
e)     6 Packungen Kräutersamen
f)      1 Zehnerpack Männertreu
g)     1 Miniwacholder
h)     1 undefinierbares, aber hübsches Gewächs von 5cm Größe und
i)      1 Blumentopfuntersatz
 
befanden. Wie konnte das passieren? Ich weiß es nicht. Vielleicht war die feuchte Gewächshausluft schuld, oder die Gene von Generationen von Ackerbauern haben rebelliert… ich weiß nur, irgendwann war egal, ob da nun noch Petersilie zum Lavendel dazukommt oder nicht. 
Später, als dann alles hübsch auf meinem Balkon verteilt, gepflanzt und ausgesät war, habe ich mich dabei ertappt, daß ich vor den Kästen mit Erde stand und mir besorgt überlegt habe, ob die Kleinen es wohl auch warm und feucht genug haben, und ab wann man wohl was sehen kann… und ob sie es überhaupt schaffen, groß und stark zu werden… und ob ich den richtigen Dünger genommen habe… 
So im Nachhinein stelle ich fest: Das hat ein bißchen Ähnlichkeit mit Gemeinde. Da fragt man sich solche Sachen auch: Haben die Leute es warm genug? Ist das, was wir tun, der richtige Weg für alle? Steht niemand auf dem Trockenen? Wie auch immer. Heute morgen habe ich mich unauffällig zur Balkontür geschlichen und nur einen ganz kurzen Blick rausgeworfen. Man weiß ja nie, Bodenfrost und so… vielleicht sollte ich doch noch den Heizstrahler rausstellen…