Abschied im Guten

Dieses Wochenende ist jemand aus unserer Gemeinde gestorben. Ich finde, sie war eine außergewöhnliche Frau, und obwohl ich nie ein längeres Gespräch mit ihr geführt habe und auch keine nähere Beziehung zu ihr hatte, beschäftigt mich ihr Tod.
Sie war einer dieser Menschen, die Helligkeit um sich verbreitet haben. Man hat ihr gerne zugehört und sich gefreut, wenn sie einen begrüßt hat – und sie hat immer alle begrüßt. Jung war sie nicht mehr, 75 Jahre ist sie alt geworden, aber ihr Kopf war im Heute zuhause und ihr Herz war immer weit und sehr warm.
Einmal war sie in unserem Jugendkreis eingeladen, um etwas aus ihrem Leben zu erzählen, und dieser Abend zählt zu denen, die man nicht so schnell vergisst. In vielen Gesprächen fiel ihr Name, sie war eine Authorität für Menschen jeden Alters, und sie ist und bleibt ein Vorbild. Wie schafft man es, älter zu werden und das zu akzeptieren, die Erkenntnisse und Erfahrungen des Älterwerdens anzunehmen, dabei aber trotzdem geistig jung zu bleiben und sich ein weites Herz zu bewahren? Ihr ist es gelungen.
Die Menschen, die mit ihr zu tun hatten, ihre Verwandten und Freunde könnten sicherlich sehr viel mehr erzählen als ich, aber selbst meine wenigen Erfahrungen mit ihr waren etwas besonderes. Es schmerzt, dass sie schon gehen mußte, wir werden sie schrecklich vermissen. Aber sie ist da, wo sie hinwollte – und wir hatten sie eine lange Zeit hier, sie hat uns bereichert und uns vieles beigebracht. Das zu wissen, ist tröstlich.

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