Gemeinde – einer für alle, alle für einen

Am Wochenende bin ich in die Ferien gefahren – mit 53 weiteren Menschen (das war übrigens vor Corona). Nein, es war keine Massenflucht oder ähnliches, nur ein kleiner Pfingsturlaub mit vielen netten Menschen. Da ich mit für das Programm verantwortlich war , bin ich früher gefahren, in einem Auto, das bis zum Rand vollgestopft war mit Tüten, Taschen, Eimern, Schalen, Kisten, Stoffen, Mappen, Rucksäcken, Hüten (ja, Hüte – Strohhüte, um genau zu sein )… es war warm und kuschelig im Auto… wie es eben so ist, wenn man vorbereitet und für alle Eventualitäten gerüstet sein will.
Am Abend vorher habe ich gepackt und eine laaange Liste abgehakt, um ja nichts zu vergessen. Der Berg vor der Haustür wurde immer größer und leider auch immer schwerer, aber zum Schluß hatte ich alles. Dachte ich jedenfalls. Als wir uns dann nämlich am Abfahrtsort getroffen haben, um alle unsere Sachen zusammenzuschmeissen, fiel mir auf, dass ich die Glasmurmeln für die Murmelbahn vergessen hatte. Naja, nicht so schlimm, jemand anderes hatte Murmeln dabei.
Auf dem Weg zu unserem Ferienort fragte mich eine der Mitreisenden, ob ich eigentlich an die Plastikbecher gedacht hätte. Arghh. Nein, hatte ich nicht. Und auch nicht an die Strohhalme, die dazugehören. Hektisches telefonieren war die Folge, und infolgedessen stellte ich fest, dass das Mobilfunknetz in weit abgelegenen Gegenden nicht wirklich die reine Freude ist.
Als wir dann ankamen und die Räume besichtigt haben, kamen wir an einem Klavier vorbei, und meine Knie wurden weich – die Liederbücher! Ich hatte vergessen, die Liederbücher einzupacken! Und nun war es auch zu spät, um noch jemanden anzurufen… ich sah mich schon mit meinem einem, einzigen Buch da stehen, und hinter mir ein riesiger Pulk von Menschen, die alle verzweifelt versuchen, die nächste Liedzeile zu erhaschen… aber ein paar Stunden später sah ich die Bücher in einem Raum liegen – jemand anderes hatte daran gedacht.
Ist das nicht schön? Drei Dinge vergessen und trotzdem war zum Schluß alles da. Ich dachte, ich wäre allein verantwortlich – aber andere Menschen haben mitgedacht und waren hilfsbereit, und so war zum Schluß alles da. Genauso sollte Gemeinde sein – und nicht nur Gemeinde. Finde ich! Im Namen aller, die schon mal etwas vergessen haben.

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